Mein Weg mit Pferden

Liebe Besucher,

hier möchte ich euch einen kleinen Einblick in meinen persönlichen Lebensweg mit Pferden geben, meine Pferde vorstellen und euch meine Philosophie zum Pferdetraining näher bringen.

„Bewache deine Sinnesorgane. Übe dich in Zufriedenheit und Disziplin. Schließe dich Gleichgesinnten an. Sei freundlich und zuvorkommend. Das ist der Weg zur Befreiung.“ Dhammapada XXV, Verse 375, 376

Antonia Kassin mit Paso-Peruano-Wallach Rio auf der Weide

1988 wurde ich in Berlin geboren.

Als kleines Mädchen habe ich meinen ersten Kontakt zu Pferden in den Voltigierstunden meiner älteren Schwester gemacht, ich durfte regelmäßig auf dem Pferd „Big Ben“  aus der Halle reiten, der Pferdevirus hatte mich direkt erwischt. 🙂

Es folgten einige Jahre Amateuer-Voltigiersport. Mit ungefähr 12 Jahren reichte mir das Turnen auf dem Pferd nicht mehr, ich wollte mehr Zeit und Kontakt zum Pferd. Ich bekam meine ersten Reitstunden und erarbeitete mir durch Stalldienst vor und nach der Schule diverse Wald- und Wiesen-Reitbeteiligungen auf Zehlendorfer Privatpferden.

Mit 17 Jahren wechselte ich von der Berliner Emil-Molt-Schule auf die Landes-Sportschule und begann eine Ausbildung als Gymnastiklehrerin, um mein weiteres Hobby – den Tanz – in meinen kommenden Beruf einzubeziehen. Bis Anfang 20 verlor ich die Pferde aus dem Blick.

Durch wunderschöne Stunden mit der älteren Warmblutstute einer Bekannten, „Samsara“, bereicherte wieder ein Pferd mein Leben.

Auch meine damals vierjährige Nichte liebte die Zeit auf dem Pferderücken im Wald.

Ich startete eine Weiterbildung zu Reittherapeutin am Centro Hipico bei Marion Kläschen. Ihre edlen, spanischen Pferde begeisterten mich und ich konnte in der praxisorientierten Ausbildung viele interessante Erfahrungen sammeln.

Ich hatte großes Glück und wurde direkt nach der Ausbildung am Centro Hipico angestellt und konnte eine weitere Ausbildung zum Coach für systemisch orientiertes, pferdegestütztes Coaching machen, sowie zwei Arbeitsprojekte mit langzeitarbeitslosen Menschen und Pferden begleiten.

Auch in die Ausbildung der Pferde für die therapeutische Arbeit war ich eingebunden und so interessierte ich mich immer mehr für Ausbildungswege welche geistige und körperliche Ausgeglichenheit zum Ziel haben. So stoß ich auf die durch Bent Branderup wiederbelebte „Akademische Reitkunst“.

2014 durfte ich drei Monate als Praktikantin auf Bent Branderups Hof Lindegaard arbeiten und lernen. Begleitet hat mich die Knabstrupper Stute „Toscana“. Viele spannende Impressionen aus dieser Zeit begleiten mich bis heute und ich nehme regelmäßig Unterricht bei Menschen aus der Ritterschaft.

Bodenarbeit mit „Toscana“ bei Bent Branderup

Mein Entschluss stand fest, ich wollte mich selbständig machen und mein eigenes Unternehmen gründen.

2015 kam die Lewitzer Stute „Maya“ in mein Leben. Sie ist seither meine Wunsch-Arbeitskollegin und mein Verlasspony . Maya hat mit mir und vielen Kindern Zeit in Form von Reit- Therapie, Unterricht und Ferien-Freizeiten verbracht. Ich bin Maya sehr dankbar, denn dank ihr habe ich den Weg in die Selbständigkeit gewagt und konnte mein Leben positiv verändern.

Maya
„Wenn der Mensch je eine große Eroberung gemacht hat, so ist es die, dass er sich das Pferd zum Freunde gewonnen hat.“ Comte de Buffon

Kurz darauf bekam ich ein Pferd auf Zeit – „Dina“. Ich sollte probieren, ob wir uns verstehen würden. Ich freue mich sehr über diese überaus energetische und sensible Hannoveraner-Stute mit Geschichte und übe mich weiterhin darin, ihr eine gute Freizeitpartnerin zu sein. 2021 absolvierte „Dina“ mit mir die Bodenarbeits- und Longenprüfung bei Bent Branderup.

Dina
„Die Dressur ist für das Pferd da, nicht das Pferd für die Dressur“ Bent Branderup

Mit Maya und Dina zog ich 2018 zu Eva Pinkall (https://www.eva-pink-all1.). Evas Arbeit und Haltung zum Kontakt zwischen Mensch und Tier hat mich inspiriert und ich konnte mir einiges von ihrer Arbeitsweise abschauen und übernehmen. Schön, dass wir im Austausch sind!

Mein drittes Pferd „Rio“, ein Paso Peruano, lernte ich 2016 als Trainingspferd – roh, Hengst – im Naturschutzgebiet kennen. Auf Grund seiner lieben Art und unserer Bindung musste ich ihn übernehmen. Leider stellte sich kurz nach seinem Kauf heraus, dass er unter einer chronischen Krankheit leidet und daher der Belastung als Reitpferd nicht gewachsen ist. Er hat eine tolle Ausstrahlung und zeigt in der Herde immer wieder, dass wahre Stärke viel mit Präsenz und weniger mit körperlicher Kraft zu tun hat.

Antonia Kassin in der Handarbeit mit ihrem Paso-Peruano_Wallach Rio
„An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter.“ Konfuzius

2019 fand ich „Pferdi“ – den damals 9 Monate alten Andalusier/Araber Hengst.

Pferdi bringt vieles mit, was ich mir für ein Reitpferd wünsche, einen harmonischen Körperbau, einen wachen Geist und Interesse am Menschen.

Antonia Kassin mit ihrem Hispano-Araber Pferdi
»Ich suche Freunde.
Was bedeutet ›zähmen‹?«
»Das wird oft ganz vernachlässigt«, sagte der Fuchs. »Es bedeutet ›sich vertraut miteinander machen‹. «
Antoine de Saint-Exupéry, „der kleine Prinz“

Ich sehe das Training mit Pferden immer als ein gemeinsames Training. Was ich mir an Kraft, Motivation, Ausdauer, Balance, freundlicher Kommunikation von meinem Pferd wünsche, dass sollte ich selbst auch praktizieren und so sind mir die Pferde Lehrmeister und Trainingspartner.

Die Einladung des Pferdes ins Gleichgewicht zu finden und in der Natur zu rasten und nehme ich gerne an. Ich möchte Menschen unterstützen zu mehr Zufriedenheit, Kraft, Gleichgewicht und Entspannung mit Pferden zu finden.

Der Kontakt zum Pferd kann uns helfen die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten, unsere Kommunikation zu verändern und mit diesen wunderbaren Tieren zusammen die Schönheit der Natur zu genießen – und uns somit als Teil dieser wahrzunehmen. 🙂

Komm mit mir zum Pferd!